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NaziKundgebung in Hamm am 28.06.2008

Ruhig war es geworden um die Kameradschaft Hamm. Nach der Inhaftierung des Führungskader Sascha Krolzig brachen die lokalen Strukturen in der rechtsradikalen Szene zusammen. Die ersten Versuche, sich nach der Haftentlassung von Krolzig neu zu formieren, schlugen fehl. Eine endlose Aneinanderreihung von Pleiten begann. Das Ziel eine sichere Webseite zu gestalten misslang. Abgesehen von Aufklebern, als Mittel der Propaganda, schien die Stadt befreit von der Plage rechtsextremistischer Umtriebe. Doch kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft schienen die neuen Bemühungen der Rechtsradikalen erste Früchte zu tragen. Durch gemeinsames Auftreten beim Public-Viewing in der Innenstadt versuchte man Stärke zu übermitteln. Bereits dort machten sie durch rassistische Parolen auf sich aufmerksam. Vor dem Halbfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei gipfelte die negative Stimmungsmache in wahre Hetze. Von „Lebensgefahr für deutsche Fußballfans auf den Fanmeilen“ war die Rede.

Dazu instrumentalisiert die hiesige Kameradschaft zwei Zwischenfälle, die sich in der Nacht des EM-Halbfinales der deutschen Nationalmannschaft ereignet haben, die Straf- und Gewalttaten die von deutschen Neonazis in vielen deutschen Städten Deutschlands begangen wurden, werden dennoch nicht erwähnt.

Folgender Aufruf ist auf der Internetseite der KS-Hamm zu finden:

„Eilmeldung! Kundgebung am Samstag, 28. Juni, aus aktuellem Anlaß in Hamm (Westf.):

Gegen Inländerfeindlichkeit und türkischen Chauvinismus –
Für deutschen Nationalstolz – nicht nur zur Fußball-EM!

Die Feierlichkeiten zum Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Halbfinale der Fußball-EM wurden in Hamm von zwei unerfreulichen Ereignissen überschattet:

Am Abend des 25. Juni kam es zu einem Angriff auf den deutschen Autokorso. Vier Insassen eines Pkws, darunter eine Frau, wurden durch die geöffneten Fenster von mehreren Türken angegriffen und mit Fahnenstöcken geschlagen. Außerdem kam es zu Sachbeschädigungen am Auto. Hier müssen wir es anscheinend wieder als typische bundesrepublikanische Feigheit ansehen, daß niemand die nötige Zivilcourage zeigte und den deutschen Fans zur Hilfe kam.

Einen noch gravierenderen Überfall unserer „ausländischen Mitbürger“ gab es dann in der folgenden Nacht: Ein 49-jähriger Mann wurde auf dem Bahnhofsvorplatz in Hamm von fünf bis sieben „südländisch aussehenden“ Jugendlichen brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt. Als die Polizei eintraf, war der Mann nicht mehr ansprechbar. Er wird zurzeit in einem Krankenhaus stationär behandelt. Die Täter konnten in beiden Fällen unerkannt flüchten und wurden bisher nicht gefaßt. Lebensgefahr besteht für den Mann anscheinend nicht, allerdings ist dieser Überfall in seiner Brutalität vergleichbar mit dem Überfall auf einen deutschen Rentner in der Münchener U-Bahn vor einem halben Jahr.

Wir Nationalisten werden deshalb kommenden Samstag gegen Inländerfeindlichkeit und türkischen Chauvinismus demonstrieren. Wir fordern außerdem deutschen Nationalstolz nicht nur zur Fußball-EM!“

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, lasst uns gemeinsam dagegen anstehen, dass rechtsradikale Gruppierungen versuchen, aus der Euphorie um die Europameisterschaft Kapital zu schlagen. Die vielen Spiele im EM-Dorf unserer Stadt haben gezeigt, dass alle hier lebenden Nationen ein friedliches Miteinander führen. Gemeinsam wurde gefeiert und getrauert. Dieses freundliche Zusammenleben aller Kulturen ist jedoch nur möglich, wenn wir uns entschlossen zur Wehr setzen gegen extremistische Gruppierungen, die dieses Zusammeleben mit aller Kraft zerstören wollen. Deshalb lasst uns friedlich ein Zeichen setzen und geschlossen gegen ausländerfeindliche Hetze einstehen.

Die Neonazis treffen sich am Hauptbahnhof Hamm (Vorplatz), gegen 13 Uhr.

Wer Interesse an Gegenaktivitäten hat, kann sich ab 11 Uhr mit Gleichgesinnten im Parteibüro der Linkspartei treffen.
Das Parteibüro befindet sich auf der Oststraße. Diese findet ihr, wenn ich vom Bahnhof aus die komplette Fußgängerzone entlang lauft. Am Ende der FZ kommt ihr direkt auf die Oststraße!

Kein Sommer ohne Antifa

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Mehr Infos unter: www.antifa-camp.de

Schwerpunkt-Thema: Die Rechte Szene in Hamm

Gestern berichtete der Lokalradiosender Lippewelle Hamm über die Rechte Szene in Hamm.
In den Beiträgen lag der Schwerpunkt auf dem Einstieg in die rechte Szene und dem Umgang in der Familie, dem Freundes- und/oder Bekanntenkreis mit Neonazis. Es sollte vor allen Dingen auf die Gefahr, die von Neonazis ausgeht, hingewiesen werden , sowie Präventionsmaßnahmen für Eltern vorgestellt werden.

Wir möchten uns an dieser Stelle für die Zusammenarbeit bedanken und freuen uns, dass die Neonazi-Szene in Hamm endlich Thema in den lokalen Medien geworden ist.
Gleichzeitig möchten wir aber auch betonen, dass es gerade in Hamm, aber auch überall sonst, wichtig ist den Neonazis entschlossen entgegen zu treten. Dies ist in Hamm bis dato nicht gelungen. Zwar gab es immer antifaschistischen Widerstand, dieser ist aber lange noch nicht ausreichend. Braune Mülltonnen und runter gelassene Rollläden sind für uns kein Mittel um Nazis zu zeigen, dass für sie nirgendwo Platz ist und sie mit ihrem geschichtsrevisionistischen, menschenverachtenen Weltbild auf keine Akzeptanz stoßen werden.

Mit Nazis und Querfrontschleimern wird nicht diskutiert!

Kein Bock auf Nazis --- nowhere!

Zu den Beiträgen:

Redebeitrag am 8.Mai in Münster

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Dieser Redebeitrag wurde von Antifaschistischen Linken Münster verfasst und bei der Gedenkkundgebung am Zwinger in Münster zum 8. Mai 2008 vorgetragen.

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

am 8. Mai 1945 wurde mit dem militärischen Sieg der Alliierten über Nazideutschland dem deutschen Größenwahn vom Herrenmenschentum ein Ende bereitet. Der Traum vom Tausendjährigem Reich und dem Sieg über Bolschewismus und Vernichtung des Judentums endete mit der roten Fahne auf dem Reichstag.

Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung und ein Grund zur Freude. Nichtsdestotrotz darf dabei nicht vergessen werden, dass diese Befreiung für alle jene Menschen zu spät kam, die von den Nazis ermordet wurden. Wozu die Vernichtungsideologie des NS in der Praxis führt, bekamen hunderttausende Kommunisten, Sozialdemokraten und andere den Nazis feindlich gegenüberstehende Personengruppen direkt nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten zu spüren, als ihre Organisationen zerschlagen und ihre AnhängerInnen in die schon bald errichteten Konzentrationslager gesperrt wurden. Das tragische Scheitern ihres Widerstandes gegen die nazistische Tyrannei hat zahlreiche Ursachen und geht auf so manche fatale Fehleinschätzung
zurück. Aber, und das darf nicht vergessen werden, der Widerstand scheiterte nicht nur an dem fehlenden Willen zur gemeinsam kämpfenden Front gegen die braunen Schlägertrupps, die Richter und Henker sondern vor allem auch an der Massenbasis, welche die Nazis und ihre Verbrechen
getragen und ermöglicht hat. Dass die Tyrannei der ersten Jahre aber noch steigerungsfähig war, zeigte spätestens die Reichspogromnacht, welche eine Vorahnung davon vermittelte,was sich im über Jahre vorbereiteten 2. Weltkrieg voll entfalten sollte. Während die Wehrmacht einen Sieg nach dem anderen errang und die Stimmung an der Heimatfront auf dem Höhepunkt war, rollten die Züge der zuvor entrechteten und enteigneten jüdischen Bevölkerung aus Deutschland und den
anderen besetzten Ländern in die Vernichtungslager gen Osten. So schwach der Widerstand gegen den NS auch war und so tragisch dieser scheiterte, so gering war auch die Solidarität den Menschen gegenüber, die einem großen Teil der Deutschen als Untermenschen galten.
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Aktionstag in Münster zum 8. Mai

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Trefft die Faschisten, wenn ihr sie schlagt!

Es hat sich mal wieder ausgeZAPPELt!

Vor einigen Tagen wurde zum wiederholten Male die Webseite der Blood&Honour Band Oidoxie Opfer antifaschistischer HackerInnen.
Im Defacement wurde auf die Zugehörigkeit des Betreibers, sowie der Naziband zum in Deutschland verbotenen B&H Netzwerk hingewiesen. Über die Webseiten des Betreibers wird für verschiedenste B&H Anlässe mobilisiert (isd28.com). Weiterhin ist die komplette Datenbank des Naziforums veröffentlicht worden.

Zum dritten Mal wurden von Dustin Guske gehostete Neonaziseiten gehackt. Dustin Guske, der aus Hamm stammt und mittlerweile nach Dortmund verzogen ist, war jahrelang in der Kameradschaft Hamm aktiv und hat auch die Hammer Seite gehostet. Dank der guten Arbeit der „Datenantifa“ dürfte nun auch dem letzten Hohlnazi klar geworden sein, dass es immer noch einen Dümmeren gibt, dem er da seine Daten anvertraut hat. Danke Dustin für aufschlussreiche Einblicke in dein persönliches Umfeld und das anderer „Kameraden“! Wir freuen uns auf deine nächsten Projekte und die netten Dinge, die wir durch deine Dummheit erfahren.
Here we go again!
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DENN ES IST UNSERE STADT!!!!

Drei Jahre ist es mittlerweile her, dass am Abend des 28. März 2005 der Punk Thomas “Schmuddel” Schulz in der U-Bahn-Station Kampstraße von dem damals 17-jährigen Nazi-Skin Sven Kahlin brutal niedergestochen wurde und kurze Zeit später verstarb. “Schmuddel” wollte die rechten Provokationen Kahlins nicht unkommentiert lassen. Die Nazis versuchen auch heute noch ihre GegnerInnen durch Drohungen und Gewalt einzuschüchtern. Dem gilt es entschieden Wiederstand entgegenzusetzen!
Antifaschistische Demonstration am 29.03.2008 13 Uhr ab Dortmund Hauptbahnhof.

Antifaschist und Auschwitzüberlebender Kurt Goldstein verstorben!!!!

Kurt Goldstein

Mit Bestürzung und Trauer haben wir erfahren, dass am 24. Sept 2007
nach kurzer Krankheit Kurt Julius Goldstein,
Ehrenvorsitzender der VVN-BdA und
Ehrenvorsitzender des Internationalen Auschwitz-Komitees,
Spanienkämpfer, Auschwitz- und Buchenwaldhäftling
im Alter von 93 Jahren in Berlin verstorben ist.
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!!! Düren bleibt nazifrei !!!

22. September 2007 | 10 Uhr | Bahnhofsvorplatz Düren

Samstags bleibt das Sofa leer!
Für antifaschistischen Lifestyle & nazifreie Strassen!

Am 22. September 2007 will die NPD Düren in Kooperation mit mehreren regionalen neonazistischen “Kameradschaften” durch Düren demonstrieren. Diese Aktion wäre der erste Aufmarsch von Nazis in Düren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Mit ihren Motto: “Gegen Ausländerkriminalität und Inländerfeindlichkeit – Düren darf nicht multikriminell werden” inszenieren sich die Neofaschisten als “Opfer”, um die Verantwortung für ihre rassistische Hetze zu verschleiern. Mit ihrem Aufmarsch unterstreichen sie ihren Anspruch auf die Beherrschung der Straßen in Düren und Umgebung.

Die Naziszene in der Region Düren ist seit etwa einem Jahr eine der aktivsten extrem rechten Zusammenhänge in NRW. Zahlreiche NPD-Infostände in verschiedenen Städten und Gemeinden fanden in der Region statt. Tatsächliche und vermeintliche politische GegnerInnen der Neonazis werden bedroht und bedrängt. Die Kneipe “Gütershop” am Rande der Dürener Innenstadt hat sich zu einem festen Treffpunkt (nicht nur) der regionalen Neonazi-Szene entwickelt. In der Gaststätte finden so genannte “Stammtische”, “Liederabende” und andere Veranstaltungen der NPD statt. Zu diesen versammelten sich teilweise über 100 Neonazis, die nicht nur aus der Region Aachen / Düren stammten, sondern teils aus ganz NRW und sogar dem benachbarten Ausland nach Düren anreisten.

Die organisierte extreme Rechte tritt zunehmend selbstsicher auf, was sich auch in vermehrten Übergriffen auf AntifaschistInnen und MigrantInnen niederschlägt.
Für die extreme Rechte hat der Aufmarsch gleich mehrfache Bedeutung: So stellt er für die NPD den im Rahmen der von ihr propagierten “Drei-Säulen-Strategie” den symbolischen Kampf um die Straße dar und bietet zudem eine Möglichkeit, sich medial zu inszenieren. Neben diesem gehören noch der “Kampf um die Köpfe” und der “Kampf um die Parlamente” zum Drei-Säulen-Konzept der NPD. Erklärtes Ziel der Partei ist, bei der Kommunalwahl 2009 auch im Kreis Düren die kommunalen Parlamente einzuziehen. In der Region Aachen sitzen Neofaschisten bereits in den Stadträten von Stolberg, Alsdorf, Erkelenz und den Kreistagen von Aachen und Heinsberg. Der Aufmarsch in Düren erzeugt eine “braune Erlebniswelt”, die vor allem dazu dient, jüngere AnhängerInnen von NPD und “Kameradschaften” enger an die Nazi-Szene zu binden.
Ein entschlossener Widerstand, der den Nazis den Tag so unbequem wie möglich macht, und deutlich zeigt, dass die Straßen dem brauen Mob nicht überlassen werden, wird die effektive Bekämpfung der extremen Rechten in der Region Düren voranbringen. Ein Ignorieren des Aufmarsches oder kilometerweit entfernte Gegenveranstaltungen werden der Wirkung des NPD-Aufmarsches allein nichts entgegensetzen. In diesem Sinne rufen wir dazu auf, das Sofa leer zu lassen und stattdessen auf nazifreien Straßen spazieren zu gehen.

Nach dem Aufmarsch ist vor dem Aufmarsch!
Einem antifaschistischen Engagement, das sich auf Gegenreaktionen bei öffentlichen Naziveranstaltungen begrenzt, wird zwar, wie Sisyphus, niemals die Arbeit ausgehen. Aber es auch nicht den Berg – bestehend aus Faschismus, Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus und vielen anderen Herrschaftsstrukturen auf dem Weg zu einer befreiten Gesellschaft überwinden können. Darum kann es nur gelten alle Formen der Herrschaft und der Unterdrückung zu bekämpfen und hier und jetzt konkret die Perspektive einer befreiten Gesellschaft einzutreten.

Lassen wir den brauen Zug am Samstag gegen die Wand fahren!
Neonazis zurückdrängen – antifaschistische Strukturen stärken!